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Glasaal

Lebenslauf eines Aals

Die Wiege des europäischen Flußaals liegt in den Tiefen der Sargossosee, südwestlich der Bermuda-Inseln. Über die Paarung und Eiablage ist auch heute noch sehr wenig bekannt. Man vermutet, daß die Aalweibchen in einer Tiefe von ca. 500 Metern bei einer Wassertemperatur von ca. 17°C ihre 1-1,5 Millionen Eier ins freie Wasser abgeben und die Männchen daraufhin ihre Samen abstoßen. Öltropfen in ihren Gewebe verhindern ein Absinken der Eier auf den 6000 Meter tiefen Meeresboden. Im Frühjahr schlüpfen die etwa 4-5mm langen Larven die sich in den nächsten Monaten zu Weidenblattlarven entwickeln. Die Larven treiben mit dem Golfstrom Richtung Europa. Tagsüber treiben sie in ca. 200-300mtr. Tiefe, während sie nachts bis auf 25mtr. aufsteigen können. Nach etwa 3 Jahren erreichen die Weidenblattlarven die Mündungsgebiete der europäischen Flüsse.
Etwa 100km vor der europäischen Küste beginnt die Metamorphose der Weidenblattlarve zum Glasaal. Die Körperform wird schmaler und die spitzen Larvenzähne werden durch bleibende Zähne ersetzt. Da das gesamte Verdauungssystem umgewandelt wird, können die Tiere keine Nahrung mehr aufnehmen und verlieren etwa 20% ihres Körpergewichts und Körpergröße. Die Glasaale wiegen ca. 0,3Gramm bei einer Länge von 6-7cm. In einem Kilo Glasaal, auch Aalbrut genannt, sind etwa 3000 Tiere. Jetzt beginnt für die meisten Glasaale der gefährliche Aufstieg in die Flüsse… 

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