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Tag 9: Rund um den Aber Wrac’h

Der eigentlich Plan war, heute unsere Leuchtturmrundfahrt fortzusetzen aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Wir fuhren also zunächst los in Richtung des Aber Wrac’h um zu den Leuchttürmen Phare de l’Île Vierge und Phare de lÎle Wrac’h zu kommen.

Abers sind übrigens weit ins Land reichende, vom Meer und den Gezeiten geschaffene Meeresarme. In Norwegen würde man sie Fjorde nennen, auf bretonisch eben „Aber“.

Phare de l’Ile Vierge

Diesen Leuchtturm kann man nicht mit dem Auto erreichen. Aber man kann ihn gut vom Festland aus sehen oder zu bestimmten Zeiten auch mit einem Boot rüber fahren (kostenpflichtig) und den Leuchtturm besichtigen (kostenpflichtig). Wir haben uns vorher in einem bekannten Kartendienst einen Platz am Festland ausgesucht von dem aus man einen guten Blick auf die Insel mit den zwei Leuchttürmen haben müssten hier die Koordinaten: 48.63729713031308, -4.5382973587581406.

Auf der vorgelagerten Insel sieht man zwei Leuchttürme. Der kleinere, 31 Meter hoch, wurde 1845 fertiggestellt. Da dieser aber nicht genug Leuchtkraft hatte, wurde rund 50 Jahre später ein neuer Turm in unmittelbarer Nähe gebaut. Er ist mit 82,5 Metern Höhe Europas höchster Leuchtturm und hat eine Reichweite von etwa 27 Seemeilen (etwa 52 km). Der Turm wurde 1956 elektrifiziert und seid 2010 wird er automatisch von Ouessant aus gesteuert. Wer zum Leuchtturm rüber fährt um in zu besteigen, muss dann 365 Stufen auf einer freischwebenden Wendeltreppe empor steigen. Nichts für Leute mit Höhenangst.

Phare de l’Île Wrac’h

Wir fuhren weiter zum Parkplatz vom Plage de St. Cava. Da gerade Ebbe war, wanderten wir von hier durch das Watt rüber zur Insel Wrac’h auf der der gleichnamige Leuchtturm steht. Von hier hat man einen guten Blick auf das Mündungsgebiet des Aber Wrac’h und die hier befindlichen zahlreichen Muschelbänke aber auch noch mal auf die Leuchttürme auf der Vierge-Insel. Die Wanderung konnten wir ohne große Eile und trockenen Fußes bewältigen.

Chapelle Prat-Paol

Nun fuhren wir etwas zurück ins Landesinnere mit dem Ziel „Pont du Diable“. Unterwegs sahen wir aber schon Hinweise zu einer kleinen Kapelle, die direkt am Weg lag. So machten wir hier einen kurzen Fotostopp und schauten uns die Kapelle die dem heiligen Paul von Aurélien gewidmet ist, an.

Pont du Diable

Nur ein kurzes Stück weiter war schon der Parkplatz für die Teufelsbrücke (bretonisch: Pont Krac’h). Ein kleiner weg führt bergab in das Tal des Aber Wrac’h zu einer alten Brücke. Sie wurde schon im 5. Jahrhundert vor Christus aus Steinblöcken gebaut, die ohne Beton oder sonstiges Bindemittel aufeinander gesetzt wurden. Der Name „Teufelsbrücke“ entstammt einer Legende nach der der Teufel selber die Brücke gebaut haben soll.

Wir hatten Glück, denn die Brücke ist nur bei Ebbe vollständig zu sehen und kann zu Fuß überquert werden. Man sah aber schon deutlich das das Meerwasser wieder in den Aber einströmt. Wir konnten auf die andere Seite gehen, ein paar Fotos machen und trockenen Fußes zurück wandern. Wir hielten uns noch etwas an der Brücke auf und konnten nur etwa 15 Minuten später sehen, wie die Mitte der Brücke schon von Wasser überspült wurde. Ein paar Jugendliche überquerten die Brücke noch mit ihren Mountainbikes, hatten aber schon wenig später Probleme wieder zurück zu kommen.

Eigentlich standen nun noch die Leuchttürme auf unserem Plan. Es war aber schon spät am Nachmittag und die Luft für heute war raus. Also beschlossen wir, die Leuchttürme in den nächsten Tagen zu besuchen und für heute die Heimreise zum Gîte anzutreten und dort den Abend bei einem Gläschen Cidre zu genießen.

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